Leergefegt


Gähnende Leere. Leergefegte Hallen. Endlose unbelebte Gänge. Keine Studenten die in unbeobachteten Momenten frech im Schneidersitz auf den Bänken sitzen und das edle Holz mit ihren Schusohlen beschimpfen. Die Notausgänge hinaus auf die Terasse mit Blick Richtung See können sich endlich, endlich die verdiente Ruhe gönnen – es ist ja keiner da, der sie sinnbefreit aufstößt um in den Sommer hinaus zu hüpfen. Notausgang ist Notausgang. Tür ist Tür. Alles hat seine Ordnung. Fast schon peinlich akkurat stehen die Massivholz Designermöbel in der Mensa bereit. Wann wohl die ersten Menschlein kommen um die eine oder andere Bank sachte ihrem Usprungsort zu entwurzeln? Achtung. Man hört schon Schritte nahen. 12.28 tick 12.29 tick 12.30. Und schwups da kommen sie auch schon. Die restlichen Idividuen. MAHLZEIT. Die Mägen knurren. Die Tabletts liegen bereit. Jeder bekommt sein Wunschessen. Jeder bekommt einen Sitzplatz. Ja, eigentlich könnte sich jeder einen eigenen Tisch unter den Nagel reißen. Endlose Weiten. Platz ist genug für jeden da. Sogar Handtuchlegen in der Bib ist nicht mehr nötig. Die Sitzplätze flehen schon fast danach benutz zu werden und die wenigen zurückgeblibenen Studenten können unbesorgt die ganze Länge eines ganzen Tisches für sich allein in Anspruch nehmen ohne missbilligende Blicke zu riskieren. Die Bib ist zu einem Raum der Ruhe mutiert und der Lautraum wird ab und zu zum sonntäglichen Tatortgucken zweckentfremdet. Bald ist all das wieder vorbei. Bald ist wieder alles voll und wusselig. Bald kämpfen wieder hunderte von Studenten um einen Sitzplatz zum Essen. Bald ist wieder Leben in der Bude.

13. July 2009 | Ein Eintrag von Katha
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