Welten machen


Schön, dass der Fakeguru reanimiert wurde und sich in neuem Gewand zeigt! Mein erster Post soll – frisch aus Venedig zurück – der 53. Kunstbiennale gelten. Bald folgt eine ausführlichere Berichterstattung, einiges sei aber schon jetzt gesagt.

„Welten machen“ hat der Kurator Daniel Birnbaum zum Thema des diesjährigen Kunstbiennale in Venedig gemacht, zu der sich alle zwei Jahre Kunstinteressierte, Schaulustige und Journalisten auf den Weg machen. Neben einer großen Schau sind 60 Länderpavillons mit Gegenwartskunst zu sehen.

Liam Gillick für Deutschland
Liam Gillick für Deutschland

Ein paar „praktische“ Informationen: Die Biennale findet in jedem ungeraden Jahr und mittlerweile zum 53. Mal statt. Die Länderpavillons sind auf zwei Geländen als auch teilweise in der Stadt selbst zu sehen und werden von Kuratoren aus den jeweiligen Ländern bespielt. Venedig hat, trotz inflationär entstehender Biennalen überall auf der Welt, seinen festen Platz in der Kunstwelt. Die Besucherzahlen lagen 2007 bei etwa 320.000 Besuchern auf dem eigentlichen Biennale-Gelände und bei 900.000, wenn die Pavillons in der Stadt mit einbezogen werden.

Bruce Nauman für die USA
Bruce Nauman für die USA

Künstlergrößen wie etwa Bruce Nauman als auch weniger bekannte Künstler aus der ganzen Welt bekommen die Möglichkeit, schon bestehende Arbeiten zu zeigen oder eigens für den Raum neue Installationen zu schaffen. Mit “Welten machen” betont Birnbaum gerade das konstituierende Moment des “Realitäten” oder “Alternativwelten”-Schaffens in der Kunst und wollte weg von der typisch musealen Präsentation eine Schau organisieren, die viele Neuproduktionen ermöglicht.

Eine Jury kürt einige Arbeiten und Länderbeiträge mit den “Goldenen und Silbernen Löwen”. Preisträger waren die USA mit Bruce Nauman als auch der deutsche Tobias Rehberger für die Neugestaltung des Cafés.
Den deutsche Pavillon gestaltete dieses Jahr der Engländer Liam Gillick. Es ist nicht das erste Mal, dass das Prinzip der Länderpräsentation hinterfragt wird, trotzdem ein weiterer Schritt weg von dem starren Festhalten an den Länderpavillons.

Weitere Entdeckungen, Eindrücke, Gedanken und Fotos folgen demnächst.

Tomás Saraceno mit einer Rauminstallation
Tomás Saraceno mit einer Rauminstallation

13. July 2009 | Ein Eintrag von Nora
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Guilty Pleasure: La Roux


Elly Jacksons Haare sehen so aus wie meine nach dem letzte Friseurunfall. Aber im Gegensatz zu mir trägt die Sängerin von “La Roux” ihre Föhnfrisur mit aufrichtiger Würde und macht nebenher auch noch Musik, die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

Besser als es Max Dax (kennt man von der Spex) in der letzten Monopol schreib, kann man es gar nicht sagen: La Roux macht “hervorragend, gefühlskalte Designermusik, so einzigartig von Größenwahn zerfressen, dass es eine helle Freude ist, [ihr] beim Berühmtwerden zuzuhören” Gefühlskalte Designermusik vielleicht deshalb, weil jede Single voll und ganz auf Erfolg programmiert ist. Pop eben.

Einziges Problem: Keiner meiner Freunde findet die Songs wirklich gut. Ich werde mittlerweile schon immer mit diesem “ohmeingottdasistdertyp-mitdiesentrashliedern“-Blick begrüßt…

(btw: Kein glückliches Startbild für das Video… aber das nur am Rande)

13. July 2009 | Ein Eintrag von Emu
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FilmFest München


Ein zwei Zentimeter dicker Hochglanzkatalog, tonnenweise Infomaterial und ein proppervoller Zeitplan. Dick bepackt bin ich los aufs Filmfest München 2009.

Ok, ok ist jetzt schon zwei Wochen her… aber die Zeit war wirklich nötig, um all die Filme zu verdauen.

9 Tage Filmfest x 2 Filme pro Tag = eine ganze Menge Filme!

Hier meine Top 3 der Unbedingt-Kino-Hinkucker:

// Platz drei //
Moon_
von Duncan Jones/GBR_ mit Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott

Ein gewagter Zukunftsthriller, und irgendwie gar nicht so weit weg von der Reatlität. Duncan Jones’ (Sohn von David Bowie) Filmdebüt ist gewagt: völlig irre, verwirrend, dazu glaubhaft und voller Sarkasmus. Zur Hälfte des Films war auch das halbe Kino leer… aber ich, ich fand Moon brilliant.

Worum geht’s?

// Platz zwei //
The Girlfriend Experience_
von Steven Soderbergh/USA_mit Sasha Grey, Chris Santos…

Endlich wieder ein Soderbergh mit der Anmut seiner ersten Filme – kein Oceans Eleven (auch wenn dagegen ja nichts einzuwenden ist), aber The Girlfriend Experience ist ein mutiger Film mit noch mehr Ästhetik in den Bildern. Soderbergh spielt mit Schärfenverlagerungen, den Blickwinkeln der Kamera, den Farben und nicht zuletzt mit dem Thema.
Seine Hauptdarstellerin Sascha Grey ist ein Superstar im Pornobusiness – und ab jetzt wage ich zu Vermuten: nicht mehr nur da! Prädikat: Ein wunderschöner Film.

Worum geht’s?

// Platz eins //
The Imaginarium Of Doctor Parnassus_
von Terry Gilliam/USA_mit Heath Ledger, Christopher Plummer, Verne Troyer, Lily Cole, Tom Waits, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell

Von dem Monty Python Kopf Terry Gilliam hätte ich nichts geringeres erwartet, als das Filmmeisterwerk, das er geschaffen hat. Ich bin richtig neidisch auf den Spaß, den der Kerl in seinem Kopf haben muss. Aus dem Nichts erschafft Gilliam eine Phantasiewelt in den kunterbuntesten Farben und Formen mit in den Topf: eine Briese Tragik, ein Schicksal, eine Wette mit dem Teufel und die zuverlässige Überraschung, wunderschöne Bilder, fabelhafte Schauspieler…. muss ich mehr dazu sagen? Ach ja, es ist Heath Ledgers letzte Rolle, gigantisch der Kerl!. Während der Dreharbeiten ist er gestorben und wird von drei Schauspielkalibern ersetzt… gut gemacht Herr Gilliam, es funktioniert blendend! Zu recht war The Imaginarium Of Doctor Parnassus der Eröffnungsfilm.

Worum geht’s?
Bisher gibt es erst den Teaser – auf den Trailer dürfen wir noch ein bisschen warten. Aber: Warten lohnt sich.


PS: Verne geht mir nur bis zum Knie, der Kerl ist unglaublich klein…

13. July 2009 | Ein Eintrag von Fumi
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Leergefegt


Gähnende Leere. Leergefegte Hallen. Endlose unbelebte Gänge. Keine Studenten die in unbeobachteten Momenten frech im Schneidersitz auf den Bänken sitzen und das edle Holz mit ihren Schusohlen beschimpfen. Die Notausgänge hinaus auf die Terasse mit Blick Richtung See können sich endlich, endlich die verdiente Ruhe gönnen – es ist ja keiner da, der sie sinnbefreit aufstößt um in den Sommer hinaus zu hüpfen. Notausgang ist Notausgang. Tür ist Tür. Alles hat seine Ordnung. Fast schon peinlich akkurat stehen die Massivholz Designermöbel in der Mensa bereit. Wann wohl die ersten Menschlein kommen um die eine oder andere Bank sachte ihrem Usprungsort zu entwurzeln? Achtung. Man hört schon Schritte nahen. 12.28 tick 12.29 tick 12.30. Und schwups da kommen sie auch schon. Die restlichen Idividuen. MAHLZEIT. Die Mägen knurren. Die Tabletts liegen bereit. Jeder bekommt sein Wunschessen. Jeder bekommt einen Sitzplatz. Ja, eigentlich könnte sich jeder einen eigenen Tisch unter den Nagel reißen. Endlose Weiten. Platz ist genug für jeden da. Sogar Handtuchlegen in der Bib ist nicht mehr nötig. Die Sitzplätze flehen schon fast danach benutz zu werden und die wenigen zurückgeblibenen Studenten können unbesorgt die ganze Länge eines ganzen Tisches für sich allein in Anspruch nehmen ohne missbilligende Blicke zu riskieren. Die Bib ist zu einem Raum der Ruhe mutiert und der Lautraum wird ab und zu zum sonntäglichen Tatortgucken zweckentfremdet. Bald ist all das wieder vorbei. Bald ist wieder alles voll und wusselig. Bald kämpfen wieder hunderte von Studenten um einen Sitzplatz zum Essen. Bald ist wieder Leben in der Bude.

13. July 2009 | Ein Eintrag von Katha
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