Das Video hört auch einfach schon mit einem Gänsehautfeeling auf: “Trillion Computers are possible” – Willkommen in der übervernetzten Welt von Morgen.
Ab und an vergesse ich, dass bald ja alles mit allem verbunden ist. Meine Kühlschrank mit dem Supermarkt, mein Auto mit der Versicherungszentrale und meine Kaffeemaschine mit meinem Hausarzt. Ein Zustand, der eben u.a. von dem Research Lab “Maya Design” mit dem Schlagwort “Computing as an Ecology” versehen wird. Allgegenwärtige Computer, die jeden Lebensbereich durchdringen – also “natürliche Umwelt” werden (ein Zustand, bei dem ich noch nicht genau weiß, ob ich mich gruseln oder vor freudiger Erwartung in die Luft springen soll).
Beim Fortschreiten dieser Entwicklung sollten wir die Kernaussage des Videos sehr ernst nehmen: Wir brauchen dringend ein Umdenken im Bezug auf das Internet und die angeschlossenen Geräte (ich sage extra nicht “Computer”) – aber vor allem im Bezug auf generierte und gesammelte Information und deren Verwaltung.
Jeden Morgen, wenn ich meinen Rechner aufklappe, merke ich, wie es eigentlich nicht sein sollte: Zehn neue Mails, 178 RSS-Feed-Items und um die 200 Tweets, die alle gelesen, bewertet und eventuell beantwortet werden wollen. Alle zu gleichen Teilen. Das ist mein täglicher Informationswahnsinn, mit dem ich mal mehr, mal weniger kämpfe. Wie erst damit klarkommen, wenn mir nun auch noch Zimmerpflanzen (“Wasserstand normal – Gießen heute nicht nötig.“) und Co. Updates schicken?
Peter Lucas schrieb 1999 dazu:
The Trillion-Node Network will not be designed from the top down, but nor will it emerge entirely on its own. Its evolution will be utterly dependent on the subtle but pervasive effects of a shared consensual style of information architecture. Such a style is not “about” hardware or software or user interfaces. Rather, it is about an emerging ecology of people, information, and devices.
Ein Prozess also, in dem wir als User schon alle partizipieren: Indem wir uns in Facebook-Gruppen gegen die neuen Designveränderungen aufregen, indem wir Datenbanken beibringen, welche Nachrichten als “Spam” zu werten sind und welche nicht, usw..
Auch von technischer Seite zeigen sich erste Ansätze, wie man diesem Problem entgegen treten kann. Eines meiner neuen Lieblingsbeispiele ist das Open-Source-Projekt “Raindrop” von Mozilla – ein selbstlernendes Mailprogramm, dass Informationen nach Relevanz bewertet, gliedert und entsprechende präsentiert. Und genau dahin muss meiner Meinung nach die Entwicklung gehen, wenn “a trillion” wirklich machbar sein soll: Der Computer muss lernen Informationen zu bewerten. Und Designer müssen lernen, neue Wege zu finden, wie diese Informationen dargestellt werden können.
Wir als User müssen wohl zwangsläufig lernen, Kontrolle abzugeben – an Systeme, die für uns Relevantes filtern.
Auch wieder eine Vorstellung, von der ich noch nicht so ganz genau weiß, ob mir diese so behagt.
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