Seit wenigen Tagen bin ich wieder fleißiger last.fm-Nutzer. Lange wollte ich nicht auf Lukas hören, der immer wieder die wunderbare Kombination von dem Internetradio und Spotify beschwor – nun bin ich jedoch gänzlich überzeugt. Es gibt kaum Schöneres, als beim Musikhören immer wieder neue Entdeckungen zu machen. Kein anderer Service schafft es bisher so gut, meine eigenen Hörgewohnheiten sinnvoll (!) mit neuen Künstlern und Musikstilen zu verknüpfen.
Nun ist last.fm natürlich ein alter Hut; gibt es den Dienst doch schon seit 2002. Und doch haben mich in den letzten Tagen viele Ideen begeistert, die aus dem Service heraus entstanden sind.
Der Schlüssel zu den Innovationen um last.fm herum ist sicherlich die für Drittprogrammierer verwendbare Programmierschnittstelle. Sie ermöglicht es verschiedenen Anwenungen etwa auf Benutzerstatistiken oder Interpretenverküpfungen (also Empfehlungen) zuzugreifen 1. Was dabei herauskommen kann, zeigt unter anderem Michael Schiebens Projekt “My City vs. Your City”

Hier kann man die Hörgewohnheiten – gespeist aus der last.fm-Datenbank – verschiedener Städte miteinander vergleichen. Das ist insbesondere schön, weil wir unsere Londoner Freunde ab jetzt immer damit aufziehen können, dass sie zu viel Lady GaGa hören.
Noch besser gefällt mir jedoch das klein Projekt “find the band“. Der eingangs beschriebene Vorteil von last.fm, sinnvolle Empfehlungen zu generieren, wird hier direkt mit Spotify verknüpft. So erzeugt die Suchanfrage zu Künstler XY eine schön sortierte Liste mit ähnlichen Interpreten und deren erfolgreichsten Tracks. Ein Klick auf einen beliebigen Titel öffnet sofort Spotify und lässt so das entsprechende Lied erklingen.
Dank fleißigen Tüftlern und Events, wie etwa dem “Music Hack Day“, bei dem auch die oben genannten Apps entstanden, werden wir in Zukunft wohl noch öfter in den Genuß solcher gelungen (und harmlosen) Verwendungen von Nutzerdaten kommen.
- Es ist wie bei so vielen Dingen: Gefahr und Nutzen liegen dicht bei einander. Gerade sind wir dabei, und daran zu gewöhnen, dass jeder Klick, jedes gepostet Wort und jede Anfrage aufgezeichnet und irgendwie ‘verarbeitet’ wird – erhalten wir im Gegenzug doch genauere Antworten, bessere Freudesvorschläge oder eben die passenderen Musikempfehlungen. Die Eintrittskarte in die schöne neue Welt, scheint die völlige Selbstpeisgabe zu sein. Aber das ist nun sicherlich ein anderes Thema… ↩
woop woop
übrigens wird spotify eine eigene empfehlungsfunktion einbinden…dann würde es keinen sinn mehr machen den last.fm dienst zu nutzen
http://eu.techcrunch.com/2010/02/03/spotify-about-to-get-a-little-more-last-fm-new-recommendation-engine/
@markh: Ja, es macht für Spotify durchaus Sinn, seine eigenen Daten zu verwenden. Keiner kennt die Nutzer des Dienstas besser, als dieser selbst.
Was ich noch interessant finde, ist die Frage, inwieweit die “sozialen” Aspekte ausgebaut werden (Playlist-Sharing mit Comments, Comments zu versch. Titeln, etc.). Dann wäre last.fm wirklich ersetzbar.