‘El Baile Aleman’ von Coyu & Edu Imbernon wummert aus den Boxen, während ich Textbaustein-Tetris spiele. Viele können mit Musik im Hintergrund nicht arbeiten, geschweige denn denken. Ich kann es. Beim Tippen fühlt es sich an, als würden meine Finger im Gleichklang des Taktes auf der Tastatur tanzen. Aber das kann auch einfach an meinem kaum vorhandenen Rhythmusgefühl liegen. Egal.
Ich schreibe Bewerbungen für ein Praktikum im Sommer und da kann Musik die ein wenig pusht nicht schaden. Denn der Prozess des Bewerbungsschreibens hat etwas gänzlich unbefriedigendes an sich: Es ist ein Spiel mit Floskeln, die alle mehr oder weniger dubiosen Standards (“Your ultimate guide on how to write the perfect cover letter“) entsprechen und die so oder so ähnlich von der Gegenseite auch vielfach vorausgesetzt werden. Kreativitätstot auf Raten – Satz für Satz.
Wir spielen dieses Spiel vor allem dann mit, wenn es um Bewerbungen für Unternehmen, Projekte oder ähnliches geht, die uns nicht wirklich interessieren. Bei denen wir uns bewerben, weil wir bestimmten Zwängen (Pflichtpraktika, anyone?) unterliegen – und sei es nur aus Angst, den vermeintlichen Anforderungen an den eigenen Lebenslauf nicht gerecht werden zu können.
Doch was, wenn man wirklich für eine Praktikumsstelle brennt?
Wer mich ein wenig näher kennt, der weiß vermutlich, dass ich gerade von zwei Firmen völlig überzeugt bin: Spotify und SoundCloud. Bei letzterer habe ich mich vor wenigen Tagen auf ein ausgeschriebenes Praktikum als Community Manager beworben – eine Position, die so ziemlich alles vereint, was ich kann und liebe: Musik, ein wirklich (!) innovatives Produkt, intensiver Kontakt mit vielen interessanten Menschen, ein wahrlich unternehmerischer Geist… Die Liste könnte ich beliebig fortsetzten.
Und doch: Wie schreibt man so eine Bewerbung? Eine Bewerbung, bei dem einem ein zweiseitiger Lebenslauf plötzlich viel zu verkürzt vorkommt? Bei der ein einseitiger Coverletter fürchterlich unauthentisch wirkt, weil er nur bruchstückhaft darstellen kann, wer man wirklich ist und was man wirklich kann. Und was, wenn man dann noch ließt, dass man sich auf so eine Stelle eigentlich gar nicht bewerben könne, sondern dass das Unternehmen auf Grund meiner außerordentlichen Qualifikation bereits von selbst auf mich hätte aufmerksam werden müssen?
Am liebsten hätte ich meine Sachen gepackt und wäre sofort nach Berlin gedüst um das Büro zu stürmen und zu schreien: “Hier bin ich!” Albern – natürlich. Doch mit diesem Gedanken im Hinterkopf viel das Schreiben der Bewerbung nicht gerade leichter.
Am schlimmsten ist es, einfach abzuwarten. Zu hoffen, dass die ein oder andere Stelle der Auswahlperson doch gefällt. Das ein wenig von dem ‘ich’ durchscheint.
Seit der Bestätigungsmail, dass meine Bewerbung eingegangen ist, sind es nicht mehr nur Coyus Rhythmen, die mich nervös mit dem Fuß zucken lassen.
du sprichst mir aus der seele…
wenn man etwas wirklich will, wird es auch klappen. entweder auf direktem wege oder über umwege
viel erfolg, emu!