Nicht selten kommt es vor, dass ich die Läden der ansässigen Mobilfunkhändler mit einem gelangweiltem Schulterzucken verlasse. Bis jetzt schien es, als hätten alle Handyhersteller wenigstens einmal versucht, das User-Interface des iPhones zu kopieren. Nie mit Erfolg. Enttäuscht von diesen unkreativen Lösungen, habe ich für einige Zeit gänzlich das Interesse an dem Markt verloren.
Bis jetzt.
Nachdem Microsoft es mit der “Windows Phone 7 Series” zum ersten Mal geschafft hat, sich ein wenig von der Konkurrenz aus Cupertion abzusetzen, versucht auch Nokia seit einiger Zeit neue Wege zu beschreiten. Oder besser: Die jungen Designer Kevin Cannon und Tobias Toft.
In einem Kurs an dem ‘Copenhagen Institute of Interaction Design’ entwickelten die beiden ein Konzept für den finnischen Handyhersteller, das zeigt, wie neue Benutzerobeflächen für Handtelefone aussehen könnten. Ihre Idee: Eine interaktive Welt, in der Freunde und andere Kontakte einen Platz finden – ein Spiegel realer Verhältnisse auf dem Mobiltelefon.
So schön diese “kleine Welt” auch anzusehen ist, sie hat natürlich einige Nachteile – der erhöhter Zeitaufwand für die Anordnung der Kontakte ist nur einer davon. Und doch bin ich völlig begeistert. Endlich eine Abkehr von der immer gleichen Icon-Ansicht, die ich bei Apples iPhone zwar sehr schätze, aber die sicherlich nicht die einzig perfekte Interfacelösung ist. Denn sind nicht die Menschen – unsere Freunde und Bekannte – der Grund warum wir ein Handy mit uns herumtragen? Den Fokus genau hierhin zu verschieben, halte ich gerade für einen nicht-nerd und nicht-business Konsumenten für sehr gelungen.
Und wer weiß, vielleicht werde ich beim nächsten Besuch eines Mobilfunkhändlers ja schon positiv überrascht.
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