Zimoun.


Nachdem ich das Video “Sound Sculptures & Installations” des Schweizer Künstlers Zimoun für zwei Minuten gesehen hatte, schloss ich meine Augen. 50 kleine Motoren, akkurat aufgehängt an drei Wänden, erzeugten eine Klangkulisse, die so täuschend echt an prasselnden Regen heranreichte, dass sie mich kurz ins Träumen versetzte.

Doch in dem Moment, in dem ich mir über mein Wegtreten bewusst wurde, schrak ich auf: 50 ‘künstliche‘ Motoren simulieren ‘orgainsches‘ Regenwasser so perfekt, dass ich sogar zu Träumen anfange? Das fühlt sich noch immer ein wenig falsch an. Beinahe unheimlich. Als wären Technik und Natur eine unheilvolle Verbindung eingegangen.

Es ist dieses Spiel mit vertrauten – ja, fast liebgewonnenen – Geräuschen und dem Fakt, dass diese von sichtbar (!) künstlichen Apparaten erzeugt werden, der Zimouns Arbeit so überzeugend macht. Tagtäglich leben wir mit ‘unorganischen’ Geräuschen und Tönen, so dass wir aufgehört haben, deren Herkunft zu hinterfragen. Zimouns Werk ist keinesfalls wertend, doch seine verspielten Apparate machen den Eingriff der Technik in unsere persönliche Sinnesumwelt noch einmal ganz deutlich.

(Video via)

25. March 2010 | Ein Eintrag von Emu
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