Im Tunnel.


6.

Ich fühle mich gerade ein wenig schlecht. Immerhin habe ich euch wegen der langen Pause auf FakeGuru gar nicht vorgewarnt. Das hier in letzter Zeit so wenig Posts erschienen sind (und das ich euch eine Fortsetzung zu diesem Eintrag noch schuldig bin), liegt vor allem an meiner Bachelorarbeit – und daran, dass ich wegen dieser Arbeit seit über einem Monat im Tunnel lebe.

Als kleine Entschädigung für die Stille hier, möchte ich euch aber ein wenig von diesem Tunnel erzählen, in dem nicht nur ich, sondern auch SimonMark und viele Mitbachelor seit einiger Zeit anzutreffen sind.

Der Tunnel ist ein Ort, in dem Zeit und Raum keinerlei Bedeutung mehr haben. In dem Alltag und Welt nichtig werden. Tunnel ist Vergessen und Fokus zugleich. Buddha und Len Faki existieren hier nebeneinander. Der Tunnel verschlingt, zermürbt und befreit dich gleichzeitig. Es ist der Raum, in dem meine Bachelorarbeit geschmiedet wird. Stück um Stück, Tag um Tag. Es ist GTD in kristallklarer Reinform.

Das der Weg in den Tunnel nicht ohne Gefahr zu beschreiten ist, muss dir klar sein. Du gehst diese Schritte auf eigenes Risiko. Nicht wenige gehen im Tunnel verloren und kehren nie wieder wirklich zurück. Und es gibt auch solche Tage, an denen sich der Tunnel nicht zeigt – für alle anderen Tage gilt jedoch die nachfolgende Beschreibung.

67: Der erste Tunnel.

Tzschh. Die Cola ist auf. Du klickst auf download. Du setzt Kopfhörer auf. Du klickst auf Play. Du schreibst.

125: Der lange Tunnel.

Tzschh. Die Flasche Mate ist auf. Du klickst auf download. Du setzt Kopfhörer auf. Du klickst auf Play. Du merkst wie sich der Bass immer weiter deine Gehörgänge hinunterschraubt. Wie er dumpf wummert. Und wummert. Deine Finger zucken. Du schreibst.

Worte werden zu Gold.

64: Der letzte Tunnel.

Tzschhkaptschh. Die Sebastian Vettel Jubiläumspackung Red Bull ist auf. Alle Dosen. Du klickst auf download. Du setzt Kopfhörer auf. Du klickst auf Play. Du schließt die Augen. Als du sie wieder öffnest findest du dich auf einer Galeere wieder. Gleichmäßige Trommelschläge zwingen dich zum tippen. Du kannst dem Rhythmus nicht entfliehen. Anschlag um Anschlag geht es voran. Unzählige Worte treiben vor dir im Meer. Du sammelst sie auf und in deinen Händen verwandeln sie sich in schillernde Perlen. Minute 32. Was jetzt passiert fällt dir schwer in Worte zu fassen. “Monster” wirst du immer wieder stammeln. “Episch” vielleicht. Waren die Buchtaben eben noch Perlen, dann sind sie nun mit einem Schlag unentdeckte Arsen-Amöben, die dorthin vor Jahrmillionen in einer außerirdischen Sonde gelangten. Du willst nie wieder weg von der Tastatur. Alles ist plötzlich möglich.

Du bist der Tunnel.

1. December 2010 | Ein Eintrag von Emu
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6 Comments | Find ich super! 6 (Ich auch!)

6 Comments zu "Im Tunnel."


  1. simon - 02/12/2010 um 4:09 am

    that’s the stuff!

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  2. Steffi - 02/12/2010 um 6:13 am

    Mja. Irgendwie vermiss ich das. Aber nur irgendwie.

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  3. Emu - 02/12/2010 um 10:34 pm

    @Steffi: Ja, das kann ich gut verstehen. Irgendwie ist es cool, aber auf der anderen Seite will man einfach, dass es endlich vorbei ist.

    Phu, nur noch ein paar Tage…

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  4. Tupsi - 03/12/2010 um 10:03 am

    OOO…kk.. Ich glaube Emu dreht grad ein bisschen am Tunnelrad.. ;) Hoffe, dass du an Sylvester wieder der Alte bist. Bis dahin viel Erfolg :) .

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  5. Emu - 03/12/2010 um 10:05 am

    @Tupsi: Haha :) Das kann ich leider nicht versprechen. Die Wirkung scheint länger anzuhalten, als ich ursprünglich dachte ;)

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  6. Tim - 03/12/2010 um 1:24 pm

    Koffeinmissbrauch darf keine Lösung sein!

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