Taurrtiissttaa


Es ist kaum eine Woche vergangen, als ich auf meinem kleinen Reiseblog folgendes vermerkte:

“Jedes Mal, wenn ich eine groessere Reise antrete, mache ich mir vorher einen Plan; suche nach spannenden Orten; nach Herausforderungen. Und einmal angekommen wird alles wieder ueber den Haufen geworfen. Immer.”

Der Grund war (und ist…) eine Reise, die ich nach Argentinien unternommen habe. Und wieder habe ich mich von Anregungen fremder Reisender, spontanen Einfaellen und vielfaelltigen Eindrucken treiben lassen: Von einem wunderbaren Erlebnis zum anderen.

Wie ueberrascht war ich, als ich heute in der zweitgroessten Argentinischen Stadt Cordoba, im “Museo Provincial de Bellas Artes Caraffa” auf einen Kuenstler gestossen bin, der sich genau dieses besondere “Treibenlassen” zum Thema gemacht hat.

Auf einer Reise nach Amsterdam, haelt Lucas di Pascuale die vielen kleinen Eindrueke und Geschehnisse – jene Erlebnisse also, die jede Reise wirklich “einmalig” machen – in rasch gezeichnten Skizzen unter dem Titel “Taurrtiissttaa” fest.

Cordoba. Museum.

“I travelled all over the city as if I were lost. For instance I looked for al place that somebody recommended, but many times without reaching my initial goal. Unable to find a site, other places caught my attention on the way. (…) The trips tended to be the moments when I conceived my work, but this time they also became the way to carry it out. The excusions formed the framework in which the work evolved.”

Das Museum praesentierte dieses Erinnerungs- (oder vielleicht besser: Ereigniss-?) Potpourri ungeordnet an einer grossen Wand. Jede weitere Zeichnung; jedes neue Fragment, liessen die Erinnerungen des Kuenstler und damit das ganz persoenliche Bild einer Stadt, lebendig werden. Nicht durch ihre einzelne Qualitaet oder Originalitaet “funktionierten” die Bilder, sondern einzig in ihrem Zusammenspiel. Aber dafuer dann richtig.

Waere die Museumswaerterin nicht so aufdringlich gewesen – ich haette einige Zeit mehr vor den Bildern verbringen koennen.

14. October 2009 | Ein Eintrag von Emu
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Pedant hinter der Linse.


Und was für einer!

Entdeckt habe ich ihn ganz zufällig in Paris…das niederländische Konsulat hat seine Fotos ausgestellt – für sage und schreibe 15 Euro Eintritt. Wenn es draussen nicht so dermaßen geregnet hätte, wären wir wahrscheinlich nicht rein gegangen – doch, zum Glück!

Darf ich vorstellen: Erwin Olaf, geboren 1959 in Hilversum, Niederlande.
Begnadeter Photograph und Pedant.

Selbstfotografie.Erwin Olaf.
  I Wish                                             I Am                                            I Will Be

Bekannt geworden ist er durch seine sehr exakten,  detailgenau geplanten und völlig perfekten Fotos. Seine Fotoserien sind wie ein Tagebuch: in den 50er Jahren hat er viel zum Thema Sexualität photographiert (er musste sich seiner Homosexualität durch Bilder annähern). Später widmete er sich dann dem Shoppingwahn der Gesellschaft, ganz nach dem Moto “Overshopped and Underfucked”. In der Ausstellung in Paris habe ich drei seiner Fotoserien gesehen, unter anderem  ”Grief” -

Grace, 2005 aus "Grief".

The Lodger, Hope.

und “Hope”.

Hope 2005.

Erwin Olaf hat mittlerweile auch das Medium Film für sich entdeckt. 2006 hat er den Kurzfilm “Le derniere Cri” gedreht, eine ungaublich grausame Parodie auf den Schönheitswahn der Menschheit…und die Zukunft der Hausfrauen. Völlig abgedreht (im Netz konnte ich keine Version finden, also ab in die nächste Ausstellung). Lassen wir dem Künstler die letzen Worte…. (das Englisch ist grausam, einfach überhören).

21. September 2009 | Ein Eintrag von Fumi
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City of Ambition


Städte üben auf mich eine unglaubliche Faszination aus. Ihre Dynamik und Heterogenität wirkt auf mich wie ein unwiderstehlicher Sog. Ganz besonders hat es mir allerdings die Königsklasse aller Städte angetan: Mega Cities – jene urbanen Ballungsräume, deren Einwohnerzahl die 10-Millionen Grenze und damit wohl auch das Vorstellungsvermögen vieler übersteigt.

Heute morgen habe ich dann eine wunderbare Foto-Serie über die chinesische Megastadt “Chongqing” entdeckt (ein Name der mir vorher unbekannt war – wie leider viel zu vieles aus China), in die ich mich dann auch gleich verliebt habe.
Der in der Schweiz wohnhafte Fotograf Ferit Kuyas nähert sich der 32 Millionen-Metropole hauptsächlich von den Randbezirken aus. Nur schemenhaft kann man von dort die im Nebel versinkende Hochhäuser erkennen. Immer wieder stolpert der Blick über riesige Brückenkonstruktionen, die allmählich im grauen Dunst der Stadt verschwinden. Es ist mehr eine wage Ahnung, die wir so von der Metropole und ihren Ausmaßen bekommen: Was sich hinter dem kühlen Weiß abspielt, bleibt der eigenen Phantasie überlassen.

City of Ambition 5

City of Ambition 4

Mehr wunderbare Bilder nach dem Klick. (weiterlesen…)

16. September 2009 | Ein Eintrag von Emu
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Color Flip.


Bisher hat mich nur wenig aus dem Bereich “Internetkunst” (“digitale Kunst”) wirklich begeistern können. Doch heute bin ich auf eine tolle Seite gestoßen: colorflip.com.

colorflip | Fake Guru | Rafaël Rozendaal

Das Prinzip ist reichlich simpel. Mit der Maus wird eine Farbfläche nach der anderen “abgezogen”. Ganz so wie bei Post-Its. Nur eben virtuell.

Während ich also die Farbflächen im digitalen Nichts verschwinden lasse, fühle ich mich zutiefst an mein eigenes Verhalten im ‘normalen’ Internet erinnert. Auch hier reise ich von einer ‘bunten’ Seite zur anderen, nur um die vorhergehende schon beim Verlassen vergessen zu haben. Zu Beginn noch getrieben von der Neugierde, erfahren zu wollen, welche bunte Farbfläche (oder welche bunte Webseite) als nächstes auftaucht und welche Eindrücke sie mit sich bringt, weicht das Ganze schnell der Erkenntnis, dass sich vieles einfach wiederholt. Gerade bei Seiten wie FFFFound oder dropular denke ich das oft: Die Bilderflut macht vieles auch einfach beliebig; nur weniges schafft es noch wirklich hervorzustechen (Aber das ist vielleicht schon ein anderes Thema).

Auf jeden Fall bin ich froh, dass mir Rafaël Rozendaal mit seiner Seite die Möglichkeit gegeben hat, kurz innezuhalten und mein Verhalten ein wenig zu reflektieren. Bis morgen dann, wenn der RSS-Reader wieder strapaziert wird. Denn vielleicht taucht ja doch irgendwann eine noch nicht gesehene Farbe auf.

15. July 2009 | Ein Eintrag von Emu
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