M.I.A is Back. – und das mit Karacho und Krawall in 9:06 Minuten.
Ein Schwenk über eine grau verhangene Stadt, Sendemasten, zwei gepanzerte Polizeiwägen voll mit von oben bis unten bewaffneten Militärs auf leeren Straßen. Irgendwo, irgendwann bei Sonnenaufgang. Der Sound bedroht dich schon nach der ersten Sekunden – so kündigt sich M.I.A’s neues Video zum Song “Born Free” an.
Ich fühle mich als Voyeur und beobachte minutiös, wie die Einheit brutalst in ein Wohnhaus einbricht, unschuldige Menschen nieder prügelt, Türen einschlägt, Wohnungen mit Gasbomben penetriert. Schreie, Marschschritte, Schläge. Wozu? Sie suchen den “Rothaarigen”, zerren ihn aus dem Haus, packen ihn in ihren Panzerwagen.
Noch mehr Rothaarige. Der Song im Hintergrund schreit mir vorwurfsvoll und aggressiv ins Ohr: “Born Free”. Die Bilder von Regisseur Romain Gravas halten mir das Gegenteil unter die Nase: “du Rothaariger – nicht!”
NEWS – NEWS: “This is happening” – LCD Soundsystem.
Das am 17. Mai erscheinende neue Album von LCD Soundsystem kann man hier schon einmal in voller Länge hören. Zwar “nur” im Stream – was bedeutet, Songs skippen ist nicht – aber es sind definitiv Pralinen für die Ohren dabei. Songs, die die Aschewolke wegpusten: ”Drunk Girls” und “Dance Yrself Clean”. Es lohnt.
Den Kinderchören dieser Welt gehört die Musik, wage ich dreist zu behaupten! – Einem zumindest: P.S. 22.
Man nehme eine “elementary school” in Staten Island, N.Y., werfe einen Adlerblick in die fünften Klassen, suche die Knirpse mit Gesangsfreude und setze sie dann zusammen mit Gregg Breinberg, dem Chorleiter, in einen Pianoraum – und fertig ist ein Lächeln in meinem Gesicht und Gänsehaut auf meinem ganzen Körper. Es ist unglaublich, was ein vermeintlich einfacher Schulchor mit nur zwei mal die Woche proben, stemmen kann! P.S. 22 singen nicht, wie ich, zu Schulzeiten den “Chinchilla-Cha-Cha-Cha” oder “Hörst du die Regenwürmer husten” – die New Yorker Kids haben ein Repertoire, das sich sehen lassen kann.
// Beach House // Zebra
// Björk // One Day
// Lilly Allen // 22 // Lady Gaga // Just Dance
- mein absoluter Bezauberungsgarant Phoenix // Lisztomania, und nicht nur meiner “We all had tears in our eyes when we watched it” (Thomas Mars, Phoenix).
Die New York Times schreibt dicke Artikel über die Bande, The Guardian ebenso…auf MTV und ABC durfte sie sich auch schon sehen lassen. Wenn das mal keine Erfolgsgeschichte ist. (weiterlesen…)
Wenn diesen Freitag das Metropol in Friedrichshafen um 17:30 seine Türen zur ersten “Langen Nacht der Musik” öffnet, dann wird man wieder erleben können, was die ZU ganz abseits von allen vollmundigen Marketingversprechungen so besonders macht: Die Kreativität und scheinbar unerschöpfliche Energie ihrer Studenten.
Jedes Mal, wenn ich die Gelegenheit habe, eine der unzähligen Musikformationen der Uni live zu hören, bin ich aufs Neue überrascht: So viel qualitativ hochwertige Produktionen würde man hier eigentlich nicht erwarten – vor allem weil eine musikalische Ausbildung nun absolut nicht im Curriculum vorgesehen ist.
Auf die Lange Nacht der Musik bin ich aber auch deshalb so gespannt, weil dort einige Bands auftreten werden, die ich vorher noch nicht live gesehen habe. Vor allem auf das Duo “Wohde und Kersting” freue ich mich sehr. Bewegte sich der musikalische Output bisher immer recht konstant zwischen Jazz und Rock/Pop, so bringen die beiden mit ihren Hip-Hop-Tracks angenehme Abwechslung in das Portfolio.
Wie wunderbar sich diese Abwechslung anhört, davon könnt ihr euch nun selbst überzeugen.