Die Facebook-Diaspora.


Eben Moglen wankt ein wenig auf und ab, als er bedächtigt die folgenden Worte spricht:

”Facebook is the terrarium for what it feels like to live in a panopticum build out of web parts. The buisness model that supports Facebook is misuse. This is bad. And it should be obsolete – we are technologists, we should fix it.“

Es sind nur wenige der vielen richtigen Worte, die Moglen an diesem Abend in der NYU sagen wird – aber vielleicht sind es diese Worte, welche vier der anwesenden Studenten einen ganz besonderen Schauer den Rücken hinunterjagen. “Freedom in the net is decaying” wird Moglen an anderer Stelle noch sagen, doch das ist zu diesem Zeitpunkt schon jedem in dem großen Auditorium klar – ganz besonders Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und Ilya Zhitomirskiy, die wenige Monate nach dem Vortrag das Diaspora-Projekt ins Leben rufen – und damit den Versuch starten, ein von den Nutzern vollständig kontrollierbares soziales Netzwerk aufzubauen.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun schon mit den Chancen und Herausforderungen vor die uns das Internet und ganz besonders der so genannte ’soziale’ Teil des Netzes stellt. Mit Bewunderung und Staunen verfolge ich immer wieder den Aufstieg neuer Start Ups und so manch innovativen Schritt alter Businesshasen – immer im Bewusstsein, dass die Technik die hier entwickelt wird, große Teile der Wirtschaft, aber auch unseres ganz persönlichen Miteinanders beeinflusst und verändert.

Kaum ein Service hat mich dabei in den letzten Jahren so sehr fasziniert (und zeitlich so gefesselt) wie Facebook. Das große Versprechen aller privaten, d.h. geschlossen konzipierten Netzwerke, Mittelpunkt digitaler Identität zu werden, hat kein Social Network so gut erfüllt wie Facebook. 500 Millionen Nutzer sind kein Zufall.

Meine ersten Zweifel kamen, als Facebook anfing ausdem privaten Netzwerk nach und nach ein öffentliches zu machen. Das Teilen von Inhalten mit einer ‘privaten Öffentlichkeit’ (also dem Freundeskreis) und öffentliches Publizieren von Inhalten gerieten durcheinander, wie Jeff Jarvis so treffend feststellte. (weiterlesen…)

27. August 2010 | Ein Eintrag von Emu
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Reality Distortion Field.


Das Internet, so scheint es, kannte gestern nur zwei Themen: Unsinn (Topeka? C’mon Google…) und iPad. Sehr. Viel. iPad.

Waren die ersten Kommentare zu Apples neustem Gerät noch ein wenig verhalten, so ist diese Skepsis herrlichstem Enthusiasmus gewichen. In dem Moment, in dem die Testpersonen der einschlägigen Print- und Onlinepublikationen das Pad in die Hand gedrückt bekamen, gab es kein Halten mehr. Regte man sich vor einigen Wochen noch darüber auf, dass das Gerät über keine Kamera, kein Flash und kein Multitasking verfüge, so genügt nun offenbar ein Satz von Designer Jonathan Ive um alle Kritiker zum Schweigen zu bringen: “In many ways, it’s the things that are not there that we are most proud of“.

Und so folgt nun ein Jubelschrei dem nächsten. Ein Beispiel:

I am finally left alone with an iPad. Finally I get some finger time. I peep under the slip holder, and there it is. When I switch it on, a little sigh escapes me as the screen lights up. Ten minutes later I am rolling on the floor, snarling and biting, trying to wrestle it from the hands of an Apple press representative.

Dieser Auszug stammt aus einem mehrseitigen Artikel der New York Times. Ja, der New York Times. Und es sind Artikel wie dieser, die mich größte Ehrfurcht vor Apples PR-Abteilung haben lassen. Man kann wohl froh sein, dass die Firma aus Cupertino keine Drogen, Handfeuerwaffen oder Atomtechnologie verkauft – wir würden alle Schlange stehen.

2. April 2010 | Ein Eintrag von Emu
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Die Regeln des Spiels.


The rules of a game, the kinds of interactions that a game puts you into, is the meaning of life for that game. And the meaning of life in World of Warcraft is that you’re some schmo who doesn’t really have anything better to do than sit around pushing a button and killing imaginary monsters that are meaningless. It also says it doesn’t really matter whether you’re smart or adept at trying to get ahead in the system because what really matters is how much time you sink in (because of all the artificial constraints on you). That also says you don’t need to do anything exceptional because to feel good, to be rewarded, all you need to do is run the treadmill like everyone else.

‘As cinema matured, films developed the power to transform as well as to entertain. Video games are poised to enter a similar golden age.’ As a designer, I [Jonathan Blow; Anmerkung Emu] want to see that golden age. I want to see us harness this power to transform society that Daniel Radosh [Journalist, NYT; Blow bezieht sich hier auf diesen Artikel; Anmerkung Emu] also wants to see. I’m a designer now because once a long time ago I was a gamer. I was a little kid who loved games; I played a lot of games. And I feel like I’ve grown up, I’m a smarter and wiser and a more experienced person now. Games are a lot bigger but they haven’t really grown. They haven’t kept pace with me. As a player I have this desire to be transformed like Daniel Radosh mentioned but I’m not getting it. At least not most of the time. — Jonathan Blow, 2007

Auch wenn die obigen Zitate von einem Vortrag stammen, der bereits drei Jahre alt ist, so haben sie dennoch nichts an Aktualität verloren. Seit einiger Zeit laufen Videospiele der Filmindustrie immer wieder den Rang ab, wenn es um Umsatzstärke geht – doch so sehr ich es mir auch wünsche, die ‘Kunstform’ Computerspiel, besteht leider immer noch nur in Ansätzen.

Ich lege Jonathan Blows Vortrag (hier als Audio, hier als Transcript) jedem sehr ans Herz, der sich selbst schon einmal dabei ertappt hat, wie er den Controler aus der Hand legt und sich fragt, was er die letzte Stunde eigentlich getan hat.

22. March 2010 | Ein Eintrag von Emu
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Kleine Welt.


Nicht selten kommt es vor, dass ich die Läden der ansässigen Mobilfunkhändler mit einem gelangweiltem Schulterzucken verlasse. Bis jetzt schien es, als hätten alle Handyhersteller wenigstens einmal versucht, das User-Interface des iPhones zu kopieren. Nie mit Erfolg. Enttäuscht von diesen unkreativen Lösungen, habe ich für einige Zeit gänzlich das Interesse an dem Markt verloren.

Bis jetzt. (weiterlesen…)

10. March 2010 | Ein Eintrag von Emu
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