shock, control, regression, adaption – assoziiert man nicht direkt mit LaserLichtStrahlen. Bis jetzt; bis raurouw.
Die vierköpfige Architekten-Kollaboration – allesamt Absolventen der Städelschule in Frankfurt Main und nun in Amsterdam bei UNStudio unterwegs – sind gerade dabei die Ausstellungsräume der Galerie PROGRAM in Berlin mit künstlichem Licht zu variieren und zu erweitern.
Von meinem Platz, im 50 qm-großen Hinterzimmer der Galerie, kann man zuweilen künstliche Nebelschwaden und scheinbar körperdurchschneidende Laserstrahlen sehen. Die Fenster der Galerie sind abgedunkelt und reinkommen wird man ab Samstag wohl nur durch den Hintereingang. Wer kommt, wird mit kleinen Forderflächenspiegeln die vier verschiedenen Stadien des Trauerns – eben shock, control, regression, adaption – beeinflussen und verändern können.
Wieso ich das alles weiß? Die kommenden Wochen unterstütze ich die gemeinnützige Plattform “PROGRAM – initiative for art and architecture collaborations” in Berlin und begleite (mit Pressekontakten, Bier, aufräumen, reden und rauchen) unter anderem dieses Projekt. Es kommt noch mehr und irgendwann wieder weniger, dann sag ich bescheid.
Normalerweise zeige ich ungern zwei Videos in einem Post. Und doch finde ich, dass die nachfolgenden Kurzfilme wunderbar zusammenpassen. Die brutale Gleichgültigkeit eines Individuums und die rücksichtslose Ausbeutungsmaschinerie eines Kollektivs – die Hauptmotive der Filme – sind zwei grausame Seiten unserer eigenen menschlichen Existenz. Seiten, die wir gerne vergessen oder verdrängen, weil es oft so viel leichter ist, nicht darüber nachzudenken, was gerade in der Nachbarwohnung passiert oder gar in einem fernen Land. Oder was es wirklich kostet, den Tank des Autos zu füllen… Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzten. Die Abstraktion durch die Science-Fiction-Geschichten und den Zeichentrick hilft dabei, sich dieser Probleme bewusst zu werden – ohne gleich durch einen ausgestreckten Zeigefinger angeprangert zu werden.
Die wunderschönen und verstörenden Filme “Bruce” von Tom Judd und “MARS!” von Joe Bichard und Jack Cunningham gibt es nach dem Klick. (weiterlesen…)
Natürlich sollte ich mich nicht beschweren, gerade jetzt nicht, wo ich doch in Berlin bin, spannende Leute treffe und jeden Tag coole Orte (wieder-)entdecke. Aber es ist auch nicht das touristische Reisen – nicht dieses “entdecken dank Reiseführer” – das ich vermisse. Es sind die intensiven persönlichen Begegnungen, die ich vor vier Wochen dank meiner Tour mit dem Zeppelin Orchestra machen durfte, die mir jetzt fehlen.
So wirklich hatte ich das Projekt hier noch gar nicht vorgestellt (drüben nur ganz kurz — ihr solltet unbedingt das Facebook-Abo abschließen!) – aber es wird höchste Zeit! (weiterlesen…)
Update (11. August 2010):
Kleiner Fehler – das immer noch großartige Video (s. unten) war ein kleines Fanprojekt vom Designer Allfingers und nicht das Werk von Kanye himself. Das Original gibt es dafür aber jetzt hier. Als Entschuldigung quasi.